YASA - Kurdisches Zentrum für Studien & juristische Beratungen e.V.

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Der Zivilbevölkerung in der Stadt Afrin droht eine Katastrophe, die verhindert werden muss

März 07, 2018

Dringender Appell an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel,

dringender Appell an die Verteidigungsministerin Frau von der Leyen

dringender Appell an den Bundesaußenminister Herr Gabriel,

dringender Appell an die Abgeordneten des deutschen Bundestags,

es drohte eine Katastrophe in der Stadt Afrin, sollte die Türkei ihre Offensive in den nächsten 48 Stunden nicht stoppen. Daher appellieren wir an Sie, sich intensiv dafür einzusetzen, diese Völkerrechtswidrigkeit gegen die kurdische Minderheit in Nord Syrien zu stoppen. Trotz der UN-Forderung nach einer Feuerpause setzt die Türkei ihren mörderischen Krieg gegen die kurdische Minderheit in Nord-Syrien fort. Die ethnische Säuberung an der kurdischen Minderheit wird durch das türkische Militär und die mit ihr verbündeten islamistischen Gruppen unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit, wie vom türkischem Staatspräsidenten Erdogan geplant, vollzogen. Das türkische Militär und die mit ihr verbündeten islamistischen Gruppen haben in den letzten Tagen 6 von 7 Hauptbezirken mit ihren Gemeinden und Dörfern in der Region Afrin besetzt. Dazu wurde die Region besonders seit letztem Donnerstag massiv aus der Luft bombardiert und stand unter andauerndem Artilleriebeschuss. Die Türkei setzt zunächst ihre Luftwaffe ein und ebnet damit den Weg für die islamitischen Terrorgruppen, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten zurückzudrängen. Nachdem diese Terror-Milizen die Dörfer und Städte eingenommen haben, marschiert das türkische Militär mit schwerem Gerät nach und stationiert sich in den besetzten Gebieten, um die kämpfenden Gruppen mit Kriegsmaterialien zu versorgen.

Infolge der Bombardierung sind alle Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden. Einschätzungen nach stieg die Zahl der Vertriebenen in der Stadt Afrin seit letztem Wochenende auf etwa 800 bis 900 tausend Menschen. Die Stadt Afrin, nach der die Region benannt ist, wurde nun fast von allen Seiten eingeschlossen. Zivilisten können nur mit Hilfe der Schleuser und gegen Zahlung großer Geldsummen die Stadt in Richtung der vom syrischen Regime kontrollierten Gebiete verlassen. Derzeit muss eine Person zwischen 300 000 – 450 000 syrischen Pfund (umgerechnet 700 €) an die Schleuser zahlen, um die Region Afrin verlassen zu können. Außerdem können Tausende nicht in die vom Regime kontrollierten Gebiete flüchten, weil sie durch die syrischen Sicherheitsbehörden wegen ihrer Aktivitäten gesucht werden. Sollte die Stadt Afrin in den nächsten Tagen fallen, droht ein Massaker an der Zivilbevölkerung durch die islamistischen Gruppen. Vor allem den tausenden Menschen, die bisher an der Selbstverwaltung der Region beteiligt waren, droht ein Racheakt der islamistischen Terrorgruppen und des türkischen Militärs.

Die wahllose Bombardierung der Dörfer und Städte hat bisher hunderten Zivilisten das Leben gekostet. Die Opferzahlen unter den Zivilisten sind deutlich höher als es durch die kommunale Verwaltung in der Stadt Afrin bekanntgegeben wird. Denn viele Dorfbewohner können ihre Häuser wegen der intensiven Kämpfe nicht rechtszeitig verlassen. Nach Berichten aus Afrin haben islamistische Gruppen in einigen Dörfern Massaker an den hinterbliebenen Dorfbewohnern begangen. Die Spuren der Zerstörung und verstörende Bilder der Kriegsopfer sickerten in den letzten Tagen durch die sozialen Medien. Deshalb hat die Türkei die Sendemasten in der Region Afrin bombardiert und zerstört, sodass ein Kontakt zu Afrin kaum möglich ist. Durch die gezielte Zerstörung der Sendemasten in der Region Afrin will das türkische Militär das Verbrechen an den Zivilisten im Dunkeln passieren lassen. Das Ausmaß der Zerstörung in der Region ist kaum mit Worten zu beschreiben. Ganze Landstriche wurden dem Erdboden gleichgemacht. Besonderes die zwei Hauptbezirke Jinderes und Rajo wurden komplett zerstört. Allein in diesen beiden Städten lebten vor Beginn der türkischen Offensive mehr als 45 Tausend Menschen.

Es liegt in der Verantwortung der Bundesregierung als Nato-Mitglied durch bilaterale Beziehungen und vor allem durch die Nato auf die Türkei einzuwirken deren Offensive in Nord-Syrien zu stoppen

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

 

Herr Jian Badrakhan, jian.badrakhan@gmail.com

(Mobil: 01573321445)

Herrn Fawzi Dilbar fawzi.dilbar@yasa-online.org

(Mobil: 01607571800)

YASA e.V – Kurdisches Zentrum für Studien und juristische Beratungen

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